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Der Weihnachtsmann ist eine Lüge!




Seit unserer Kindheit kennen wir den Weihnachtsmann mit seinem rot-weißen Outfit, aber hast du dich schonmal gefragt, wieso der Weihnachtsmann eigentlich einen weißen Bart hat und einen roten Mantel trägt? 

Das ist die Schuld der wahrscheinlich genialsten Marketing-Kampagne der Welt und wir alle sind darauf reingefallen. 

Coca-Cola hat damals dem Weihnachtsmann seine Logo-Farben angezogen und fortan in jedem Werbespot zur Weihnachtszeit genutzt. Daraufhin sind immer mehr Firmen aufgesprungen und unser Bild vom Weihnachtsmann wurde neu geprägt. 

  

Damit du nie wieder so getäuscht wirst, schreibe ich dir hier den ultimativen Guide, um Werbung zu erkennen und gegen Impulskäufe in unserer heutigen Konsumgesellschaft immun zu werden. 

  

Was ist Marketing überhaupt? 

Marketing, oder auch Absatzwirtschaft genannt, beschreibt grundsätzlich den Verkauf von Produkten aus unternehmerischer Sicht und wird heute im Großen und Ganzen als Werbung angesehen. 

Dabei lässt sich Marketing in verschiedene Bereiche aufgliedern. Zum einen können wir über Social Media Marketing sprechen, jedoch werden in diesem Bereich andere Strategien und Taktiken als im etwas älteren Flyer Marketing oder auch in der Fernsehwerbung genutzt. 

  

Grundsätzlich lässt sich jedoch eine Gemeinsamkeit erkennen: In allen Medien, die zur Nutzung von Marketingkampagnen bekannt sind, werden psychologische Tricks genutzt, um den potenziellen Kunden von einem Produkt zu überzeugen. Diese Tricks variieren jedoch von Medium zu Medium. 

  

Mittlerweile wird Social Media Marketing immer essenzieller für jegliche Firmen, da 91,4% der Internetnutzer heutzutage auf Social-Media-Kanälen aktiv sind. Aus diesem Grund werde ich mich in dem Guide auf Social Media Marketing fokussieren, da ich glaube, dass die meisten Leser ihre Impulskäufe durch die Werbung auf Social Media getätigt haben. 

  

Markenpsychologie: 

Alle folgenden Punkte bauen im Grundsatz auf der Marketing-Psychologie auf. Hierbei geht es darum, durch die folgenden Strategien und Taktiken eine gewisse Aufmerksamkeit zu erlangen und diese mit Vertrauen oder auch einer Verbindung zu einer Marke zu untermauern. 

Oft merken wir solche kleinen psychischen Trigger in Werbungen gar nicht, dennoch sind diese existent und können schon allein durch kurze Bildframes oder durch verschiedene Sprachwendungen zum Kauf eines Produktes animieren und wirken unterschwellig überzeugend. 

  

Influencer Marketing: 

Influencer Marketing ist die wahrscheinlich bekannteste Strategie von Firmen, um dich von einem Produkt zu überzeugen. Doch wie wird diese Strategie genutzt und was ist Influencer Marketing eigentlich? 

An und für sich kann man sagen, dass Influencer Marketing eine einfache Produktplatzierung, auch Werbung genannt, von einer Person des öffentlichen Lebens sein kann. Oft wird diese zum Beispiel mit YouTubern oder auch TikTokern verbunden. Es kann sich jedoch auch um Personen, wie bekannte Schauspieler, Musiker oder Sportler handeln. Diese werden dann gebucht, um ein gewisses Produkt in einem bestimmten Format zu promoten. 

Im Social Media Marketing werden in den meisten Fällen normale Influencer wie YouTube-Creator, Instagram-Creator oder auch TikTok-Creator genutzt. Diese haben aufgrund ihrer Zielgruppe meist schon eine einseitige Verbindung zum potenziellen Kunden aufgebaut. Einseitig bedeutet hierbei, wir “Normalos” können uns mit dem Influencer identifizieren und es könnte von unserer Seite aus ebenso ein „Freund“ sein. Im Marketing wird diese Strategie daher sehr gerne genutzt, da ein Influencer-Post wie eine Empfehlung eines Freundes oder Kollegen wirkt. 

  

Das kann allerdings zum Problem werden, wenn Influencer sich ihrer Verantwortung nicht mehr bewusst sind und sich von Geld zu sehr beeinflussen lassen. Hierzu gibt es einen YouTuber, Marvin Wildhage, der oft Influencer exposed und auf die schlechten Seiten von Influencer Marketing aufmerksam macht. 

  

  

                

UGC Content: 

UGC Marketing beschreibt verschiedene Marketing-Kampagnen durch User Generatet Content. 

Das Ganze bedeutet übersetzt: Nutzer generierter Content. Diese Kampagnen werden oft in Zusammenarbeit mit Influencern genutzt, müssen diesen jedoch nicht zwangsläufig beinhalten. 

Man kann allgemein sagen, dass UGC Videos das Produkt während der Nutzung zeigen. Sie werden auch oft genutzt, um Produkte in einer Werbekampagne vorzustellen und dennoch die Werbeanzeige nicht direkt wie eine Werbung aussehen zu lassen, um die Watchtime der Ad zu erhöhen. 

Das Ganze hat zur Folge, dass wir als Zuschauer, uns die Ad länger anschauen, wodurch die Firma ein paar wertvolle Sekunden geschenkt bekommt, in denen sie dich von ihrem Produkt überzeugen kann. Des Weiteren können sie durch so genannte Spark Ad Kampagnen auf TikTok, Werbeanzeigen über Content der Influencer schalten, während diese das Produkt nutzen. Somit sieht eine Werbung noch mehr wie ein normales TikTok-Video aus. 

Durch eine solche Art von Content können die Firmen ein direktes Testimonial aufweisen, einen gewissen Gruppenzwang herstellen und vertrauen zum Produkt schaffen, da sie im Video sehen können, wie es ankommt, es funktioniert und es qualitativ aussieht. Wichtig zu betonen ist, das UGC-Videos im Normalfall nicht in hoher Qualität abgefilmt werden, sondern authentisch wirken sollen, als würde ein Freund mit dir gerade ein Pack-Opening seiner Bestellung teilen. 

Für Firmen wird der Zugang zu solchen Kampagnen immer einfacher, da mittlerweile tonnenweise UGC-Agenturen im Internet zu finden sind, die solche Videos für ca. 60-100 Euro verkaufen. 

  

  

Gefälschte Testimonials und Irreführung: 

Kommen wir zum nächsten Punkt, der die beiden oben genannten Punkte vereint. Gefälschte Testimonials sind in der Werbewelt seit geraumer Zeit gang und gäbe. Durch immer größer werdende Konkurrenz im Social Media Marketing, wollen Firmen ihr Produkt immer weiter von der Konkurrenz abheben. Dafür wird leider oft gelogen. Vor allem auf TikTok werden gefälschte Testimonials immer häufiger genutzt: 

Videos in denen gezeigt wird, dass man mit dem Parfüm XY jedes Mädchen bekommt, was noch recht offensichtlich ist. Teilweise werden qualitativ bessere Produkte in Werbungen gezeigt, als dann in Wahrheit verschickt werden. Auch das ist mittlerweile normal und wird von Kunden sogar hingenommen. 

Wir alle kennen wahrscheinlich die Karte von McDonald‘s und haben die Bilder der Burger schonmal gesehen. Dennoch sehen wir es mittlerweile als normal an, dass die Burger, die wir bekommen, nichts mehr mit den Bildern auf der Karte zu tun haben. Meistens werden in den Werbeaufnahmen nicht einmal echte Lebensmittel genutzt, sondern Brötchen aus Plastik oder künstliche Tomaten, die eine schönere Farbe haben und sich besser in Szene setzten lassen. 

  

  

Personalisierte Werbekampagnen durch Tracking: 

Wie oft hast du schon auf „Cookies akzeptieren“ geklickt und weißt bis heute nicht, was es bedeutet? 

Die kompletten Cookies hier zu erklären, würde den Rahmen sprengen, dennoch müssen wir auf sie eingehen für das Thema Social Media Marketing. 

Grundsätzlich gibst du durch die Akzeptanz der Cookies die Zustimmung, dass diese Firma deine Daten für Marketingzwecke nutzen darf. Wenn du beispielsweise eine Kampagne auf Facebook erstellst, kannst du ein Plug-in in deine Website integrieren, welches Facebook die Daten von der Website weiterleitet. Da du durch die Akzeptanz von den Cookies der Nutzung deiner Daten zugestimmt hast, landen diese innerhalb von Millisekunden bei Facebook und du bekommst immer wieder Werbung für ähnliche Produkte. 

  

Mittlerweile stimmen viele dieser Datennutzung nicht mehr zu. Daher mussten sich die Firmen eine neue Strategie ausdenken, um diese Regel zu umgehen: Early Pixel Targeting, das nicht datenschutzkonform ist und in Deutschland illegal ist. Dafür lädt der Cookie-Banner langsamer als die Website, wodurch deine Daten schon weitergegeben wurden, ohne dass du die Chance hattest zuzustimmen oder abzulehnen.  

Leider nutzen viele Firmen aktuell solche Methoden, da es in Deutschland sehr schwer ist, das nachzuverfolgen und daher die meisten leider auch ohne Strafe davonkommen. 

  

Gefälschte Kundenbewertungen: 

Kommen wir zum nächsten Klassiker, den gefälschten Kundenbewertungen auf Websites und auch auf Google. 

Du kannst sogar auf Shopify einen Tab auswählen, in dem du gefälschte Kundenbewertungen selber schreiben kannst, oder auch Kundenbewertungen, wie beispielsweise von Aliexpress, übertragen kannst. Oft wird das letztere im Dropshipping-Business genutzt, bei den Verkäufern, die ihre häufig qualitativ extrem minderwertige Scheiße aus China zu absoluten Wucherpreisen verkaufen. 

  

  

Was kannst du jetzt tun? 

Grundsätzlich kann man sagen, Marketing muss nicht immer schlecht sein - es kann dir sogar oft helfen. Wenn du beispielsweise keine Ahnung hast, welche Marke du für deine Supplements nutzen sollst, kann dir Social Media Marketing in deiner Entscheidung helfen. Wichtig dabei ist jedoch, dass du dir deiner Entscheidung bewusst bist und du vor allem ein Bewusstsein dafür entwickelst, das dass das meiste, was du auf Social Media an Produktplatzierung siehst, tatsächlich Werbung ist. Und in einer Werbung würde ich als Firma natürlich auch keine schlechten Seiten meines Produktes zeigen, ich möchte es ja schließlich verkaufen. 

  

Um ungewollte Werbung zu vermeiden, kannst du dir die Instagram Pro Version kaufen. Durch diese siehst du definitiv weniger Werbung. Das wird sich aber wahrscheinlich in den nächsten Monaten ändern, da Facebook plant personalisierte Werbung abzuschaffen, da sie oft nicht Datenschutzkonform ist. Als Folge werden viele Firmen wieder auf Influencer Werbung aufspringen und dein kostenpflichtiges Abo bringt dir Garnichts. 

Zum Punkt Influencer Marketing wird dir das Bewusstsein helfen, dass Werbeanzeigen für diese ihr täglich Brot und Einnahmequelle sind. Viele Influencer nehmen Produktplatzierungen an, die manchmal moralisch nicht vertretbar sind. Daher ist mein Tipp an dich: miste deine Influencer Abo-Leiste mal ein bisschen aus!  Und entferne solche Influencer aus deinen Followern, die keine Skrupel haben und z.B. überteuerte oder qualitativ miese Produkte, die einfach nur Müll sind, zu promoten. 

  

Außerdem kannst du Interessen in deinem Instagram-Account in den Einstellungen angeben. Durch diese siehst du wenigstens Werbung, die dich interessieren könnte und du wirst nicht als so oft mit anderer Werbung zugemüllt. 

  

Ein weiterer Tipp ist: wenn du eine Werbung z.B. auf Instagram siehst, dann klicke nicht direkt auf Instagram auf die Werbung, sondern googel die Webseite direkt. Dadurch stuft Meta dich als schlechten Lead ein und du bekommst weniger Werbung angezeigt. 

  

Kommen wir zum wahrscheinlich coolsten Trick, den du nutzen kannst: Schaue deine Storys einfach von hinten nach vorne! Wenn du so durchswipest wirst du keine Werbung sehen ;) 

  

Weniger Werbung bedeutet wahrscheinlich auch deutlich weniger Impulskäufe! Probiere es aus! 

 

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